Konzept
1. Kommunaler Rahmen, soziales Umfeld
- Lage an der verkehrstechnisch wichtigen Kreuzung B 182 Richtung Torgau bzw. Innenstadt und der Paul-Greifzu-Strasse
- Haupteinzuggebiet: Stadtteile Gröba und Merzdorf. Sie sind gekennzeichnet durch große Industrieflächen und -bauten, die seit Beginn der Industrialisierung im 19. Jahrhundert entstanden sind und teilweise heute noch wirtschaftlich genutzt werden.
- vielfältige Siedlungsstruktur mit dörflicher Prägung, aber auch lineare Besiedlungsstrukturen entlang von Verkehrstrassen
- Bebauung der Außenbezirken Merzdorfs mit Reihenhäusern seit den dreißiger Jahren, in den siebziger Jahren Errichtung von Plattenbauten
- Zeitgleich Aufbau von vielfältigen sozialen Einrichtungen
- Starker Bevölkerungsrückgang
2. Lebenslage und Lebenswelt der Kinder, Jugendlichen und Familien
- nur wenig Menschen der Oberschicht im Einzugsgebiet, aber starke Mittelschicht
- geringer Ausländer- und Aussiedleranteil
- einige Straßenzüge mit überdurchschnittlich hoher Arbeitslosigkeit. Die meisten Menschen leben vom ALG 2; ihre Perspektiven, eine Arbeit zu erhalten und in die Lebenswelt integriert zu werden, sind sehr schlecht. Dementsprechend fühlen sie sich ausgegrenzt, können ihren Lebensunterhalt nicht selbst erwirtschaften und sind oftmals als Bürger nur gering motiviert, sich im Stadtgebiet für unterschiedliche Belange zu engagieren. Diesen Kreislauf gilt es zu durchbrechen.
- selten Ausgrenzungen auf den Spielplätzen oder in unserem Haus aufgrund der sozialen Schichtung, wichtiger Rückhalt dabei: Kindertagesstätten bzw. Horte und Schulen sowie Angebote der Träger. Jugendliche finden, wenn sie Interesse haben, genügend Beschäftigungsmöglichkeiten in den Stadtteilen, nutzen jedoch gern auch die Möglichkeit des „Abhängens“.
- viele Kinder und Jugendlichen aus schwierigen Familienverhältnissen: Arbeitslosigkeit von Vater und/oder Mutter und dadurch fehlende finanzielle Mittel, Unzufriedenheit der Eltern mit der Lage, Frustration in Erziehungsfragen, unklare Sorgerechtsverhältnisse
3. Pädagogischer Handlungsansatz
- Mittelpunkt und gleichberechtigte Partner: Kinder, Jugendliche, Erwachsene und Familien
- einerseits Freiheiten, andererseits klare Regeln und Grenzen
- Befähigung der Besucher zur Tätigkeit
- Begleiten statt leiten.
- Prinzip der Freiwilligkeit
- Vermittlung von Medienkompetenz
- Bezug zum Gemeinwesen herstellen und Zusammenarbeit mit Partnern auf unterschiedlichen Ebenen
4. Arbeitsschwerpunkte
4. 1. Arbeit auf Grundlage des § 16 KJHG – Familienbildung
Ziele
Familien mit Kindern werden gestärkt und erleben sich mit neuem Selbstverständnis. Wir vermitteln neue Einsichten in die Familie. Familien erkennen Probleme in den Familienstrukturen und entwickeln Lösungsansätze. Sie entwickeln eigene Ideen und Vorstellungen für das Familienleben.
Angebote
- Computerkurse für Eltern
- Krabbelgruppe: Unser Konzept ist, dass die Muttis sich in dieser Zeit kreativ beschäftigen können sowohl allein als auch mit dem Kind.
- Familienbildung in der Eltern-Kind-Gruppe und in Zusammenhang mit den monatlich organisierten Ausflügen oder Familienwandertagen, die z.B. mit einem Besuch von Ausstellungen, Museen oder Theater verbunden sind
- Stadtteilnachmittage oder –abende, die thematisch sehr unterschiedlich gestaltet sind
- Spielplatzarbeit
4. 2. Arbeit auf Grundlage des §11 KJHG – Jugendarbeit
Ziele
Durch unsere Angebote lernen Kinder und Jugendliche sinnvolle und zum Teil neue Beschäftigungsmöglichkeiten kennen. Dabei verbinden wir das Spielen in geeigneter Weise mit inhaltlichen Schwerpunkten wie mit sozialem Lernen, dem Fördern der Kulturtechniken oder der Koordination.
Wir vermitteln ihnen Sachkompetenz in verschiedenen Bereichen.
Wir organisieren bedarfsgerechte Freizeiten.
Durch die Zuwendung stärken wir die Kinder und Jugendlichen als Persönlichkeit.
Wir fördern ihr Engagement und binden sie in unsere Arbeit ein.
Angebote
a) für Kinder
- Spielplatzarbeit- Offenes Haus als Anlaufpunkt für Fragen oder Probleme- Hausaufgabenhilfe- Kreativangebote- Hobbykücheb) für Jugendlicher
- offener Cafébereich- Spieleabende- Turniere, Musikabende- Geschichtswerkstatt
4. 3. Erwerbslosenarbeit
Ziele
- persönliche Kompetenzen stärken, um einen Arbeitsplatz zu erhalten- Selbstwertgefühl steigern- die Menschen befähigen, die mit dem Verlust des Arbeitsplatzes unmittelbar zusammenhängenden Schwierigkeiten und Veränderungen im täglichen Leben zu überwinden- Selbst- und Nachbarschaftshilfe aktivieren- Soziale, kulturelle und berufliche Integration ins Lebensumfeld ermöglichen- Kleinprojekte und gemeinwesenorientierte Perspektiven unter dem Fokus der Selbsthilfeaktivierung entwickeln- Kooperation mit ARGE und anderen Einrichtungen forcieren Angebote
- Nachmittags-Gesprächskreisen mit Beratung- wöchentlich stattfindendes Kreativangebot für Erwachsene- Senioren-Brunch- Computerkurs für Einsteiger im Vormittagsbereich- Sport im Sitzen- Ausflüge und Familienwandertage- Beratung, Gesprächstermine, Krisensoforthilfe- Vermittlung in weiterführende Hilfsangebote


